Schleppjagd des Deutschen Kavallerieverbands 

31. Oktober 2015

Sigmaringen

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© RossFoto Dana Krimmling

 

Das „Bunte Feld“

 

Zum ersten Mal richteten der Schleppjagdverein von Bayern und der Deutsche Kavallerieverband gemeinsam eine Jagd aus.  Und zum ersten Mal ritten sie gemeinsam bei Sigmaringen. Es war ein Bild wie aus vergangenen Zeiten. „Buntes Feld“ nannte man in der Zeit um 1900 das Jagdfeld bei den Schlepp-, Parforce- und Fuchsjagden der Kavallerieregimenter und Militärreitschulen, denn jedes Regiment hatte seine eigene Uniform. Und es wurde gemischt in Uniform und Rotem Rock geritten. Und ein „Buntes Feld“ von 56 Reitern hatte sich auf dem Paulter Hof bei Sigmaringen im Hohenzollernland versammelt. Jagdreiter aus Baden-Württemberg und Bayern, Reiter des Kavallerieverbands in ihren bunten Uniformen aus Süddeutschland, Thüringen, Nordrhein-Westphalen und als besondere Gäste 10 Dragoner der Schweizer Kavallerieschwadron 1972. Der älteste Teilnehmer war der Schweizer Paul Weber mit 73 Jahren, der vor 1972 noch als Dragoner in der Schweizer Armee diente. Jagdherr war Norbert Greif aus Gotha in der Uniform eines Rittmeisters der preußischen Garde du Corps.

 

Für die musikalische Untermalung sorgte das Bayerische Trompeterkorps, das in traditioneller Kavallerieblechblasbesetzung den gesamten Tag originalgetreu begleitete, die alten Jagdsignale der Kavallerie intonierte und alte Reiter- und Jägermärsche spielte. 

 

Es war eine schnelle, anspruchsvolle und abwechslungsreiche Jagd in idealem Gelände über 20 km ganz im Geiste der alten Reitvorschrift der Kavallerie (HDv12), bei der die Hunde der Bayernmeute ihre ganze Klasse zeigen konnten. Es herrschten ideale Temperaturen um 10 Grad bei Hochnebel. Der erste Teil der Jagd bis zur Pause war bergig und begann mit einem steilen Abstieg ins Tal der Donau, die zunächst mit der Meute und dem gesamten Feld durchschritten wurde. Dann ging es auf die erste Schleppe entlang der Donau über breite Wiesen. Ein zweites Mal wurde die Donau durchritten und bei der zweiten Schleppe ging es einen Steilhang hinauf, über Wiesen und Wald wieder hinunter zur Donau. Die dritte Schleppe folgte dem Waldrand über 2 km sanft ansteigend und das Jagdfeld zog sich weit auseinander.

 

Ein besonders stimmungsvoller Moment war, als das Trompeterkorps bei der Pause an einem Waldrand spielte und das Echo vom Wald zurückgeworfen wurde. Der zweite Teil der Jagd führte nun in drei Schleppen über traumhaft weite Wiesen auf der Sigmaringer Alb, bei der die mustergültige Arbeit der Hunde beobachtet werden konnte.  Die letzte Schleppe hatte es noch einmal in sich. Sie führte über 2,5 km über mehrere Wassergräben und Sprünge bis zum Halali, und die Hunde der Bayernmeute zeigten ihre hervorragende Kondition. 

 

Keine Verletzungen oder Stürze von Pferd und Reiter zeugten von der guten reiterlichen Verfassung des Feldes und alle Beteiligten erlebten einen unvergesslichen Tag mit hervorragendem Sport und beeindruckenden Bildern. 

 

Am Abend dann zeigte das Bayerische Trompeterkorps auf dem Empfang auf Gut Hohwies seine Klasse und spielte ein buntes Unterhaltungsprogramm aus dem Repertoire der Kavalleriemusiker des 19. Jahrhundert: Märsche, Tänze, Opernstücke.

 

Ein besonderer Dank gilt unserem Hartwig Lieb, welcher diese unvergessliche Jagd vorbereitete und die genialen Schleppen auswählte.

 

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