Vorläufiger Zeitplan / Schedule (preliminary)
Vorlaufiger Zeitplan DMK 2019 040519.pdf
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Bestimmungen über die Verleihung
Verleihung Deutsches Kavallerie Reiterab
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Exkursion Chile

31. März - 12. April 2019

Chile

Luisenjagd, Potsdam, Schloss Sanssouci

Mit Bewunderung schauen wir immer die Videos aus Chile an, auf denen die chilenische Kavallerie das preußische Militärzeremoniell zeigt. Uniform, Pferdeausrüstung, Militärmusik und Exzerzieren folgt dem preußischen Muster von vor 100 Jahren. Schon lange wollten wir dies einmal live erleben. Jetzt hat sich unser Mitglied Kai Jäger nach Chile aufgemacht. Hier ist sein beeinruckender Bericht:
"Auf Einladung, von unsern Freund Alvaro Jose Ignacio Casanova Mora aus Chile, begab ich mich dieses Jahr vom 30.3. bis 12.4.19 nach Chile. Die Tage waren ausgefüllt mit besuchen von verschieden Veranstaltungen, Museen und Institutionen. Der Tag begann meist um 07:00 Uhr und endete 22:00 Uhr. Wir waren größtenteils zu Fuß unterwegs und mit dem Öffentlichen Nahverkehr. Nach Quillota sind wir 2-mal mit dem Fernbus gefahren.

Begonnen haben wir mit dem Besuch der Wachablösung am Präsidentenpalast. Dort trafen wir uns zuvor mit der Reiterstaffel der Polizei (Carabineros). Diese lud uns gleich ein sie am nächsten Tag auf ihrer Ausbildungsanlage zu besuchen. Anschließend waren wir noch im Generalstab um noch einen Freund der Kavallerie zu treffen und absprachen über die anstehenden Besuche der Armeeeinrichtungen zu treffen. Auch die Wirkungsstätte (alte Offiziersschule, heute Armeemuseum) von Alvaro habe ich mehrfach besucht.

Am nächsten Tag ging es früh gleich zur Polizeireitschule um sich dort ein Bild der Pferde, deren Unterbringung sowie Ausbildung von Pferd und Reiter zu machen. Wir wurden herzlich empfangen und extra jemand abgestellt der uns überall rumgeführt und alles erklärt hat. Am interessantesten war zu erfahren dass sie ausschließlich deutsche Pferde benutzen und Züchten (Holsteiner, ca. 250 Stück). Auch die Ausbildung der neuen Schüler durch den Oberrittmeister war schön anzusehen und weckte sofort Erinnerungen an unseren Ausbilder. Nur wären bei ihm „freundlichere“ Worte gefallen. 

Dann einmal quer durch die halbe Stadt mit der Metro zur Offiziersschule. Dort besuchten wir die Stallanlagen. Das Militär nutzt die einheimische Pferderasse und ist schon etwas neidisch auf die Tiere der Polizei. Wobei es für mich keinen Unterschied macht. Beide Rassen wurden für ihre Aufgaben ausgesucht und diese werden damit sehr gut abgedeckt. In der Offiziersschule werden die Pferde der Offiziere für die großen Paraden ausgebildet und trainiert. Natürlich erhalten die Anwärter auch eine Reitausbildung. Die Ställe haben ein sehr viel höheres Niveau gegenüber der Polizei. Sie wurden sternförmig um den Futterturm angelegt. Der Chef der Pferde stellte mir die zwei Pferde der Generale vor, auf die er zu recht Stolz sein kann.

Auch einen Reiter der alten Schule (93 Jahre und immer noch im Sattel) lernte ich kennen. Er gab sein Wissen gerade auf dem Reitplatz weiter. Er bedauert sehr den Niedergang des anständigen Reitens und lobte unsere Arbeit dem entgegen zu wirken.

Am Donnerstag den 4.4. sind wir nach Quillota zur Grenadiersschule gefahren. Nach Anmeldung am Haupttor wurden wir vom Kasernenkommandanten empfangen. Anschließend gingen wir zum Mittagessen ins Offizierskasino. Nach dem essen führte er uns mit seiner Frau, die sehr gut deutsch konnte, durch die Kaserne. Dort sind 400 Pferde untergebracht. Die nicht nur zu Repräsentationszwecken genutzt werden sondern auch zum normalen Dienst (Aufklärung im Mittelgebirge) genutzt werden. Selbst ein eigener Tierarzt mit OP sowie Schmiede fehlen nicht am Standort. Einige Reithallen stammen zum Teil noch aus der Zeit als deutsche Offiziere die Ausbildung der Chilenischen Militärs übernahmen.

Zutiefst beeindruckt hat mich der Friedhof für die verdienten Pferde der Einheilt. Sie werden mit militärischen Ehren beigesetzt. Auch dem Rekordpferd, das bis heute den Rekord für den höchsten Sprung hält, wurde ein ehrenvolles Grab zu Teil inkl. Denkmal und Nachbau des Sprungs. Danach nahmen wir noch an einer Übung der Cuadro Negro teil. Wie wir erst am darauffolgenden Tag erfuhren war die Vorführung extra für mich. Die Jungs haben echt was drauf, da könnten max. 1 oder 2 von uns einigermaßen mithalten.

Am nächsten Tag kehrten wir zurück um den Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag der Einheit bei zuwohnen. Vorher noch ein Abstecher zum Schneider der Einheit. Er hat mir gleich meine Uniform gebügelt und einen verloren gegangenen Knopf ersetzt. Ein besuch des Museums der Musiker der Einheit wurde auch gleich gemacht. Dabei sind uns die beiden Pauker des Musikzuges über den weg gelaufen. Bei der anschließenden Probeaufstellung wurden mir noch auf kleinem Dienstweg ein paar Sporen geliehen.

 

Im Anschluss haben wir der großen Parade beigewohnt. Nach preußischem Reglement inklusive  deutschen Märschen. Das machte einen Eindruck, wie es zu Kaiserszeiten zu ging. Gebe zu, da war schon etwas Wasser im Auge. Zur Verabschiedung beim Oberst, sagte er mir noch: du bist jederzeit herzlich willkommen in unserer Kaserne. Die gelinde gesagt eine spanische Hazienda ist und eher einem Hotel als einer Kaserne gleichkommt.

Am Donnerstag nochmals ins Armeemuseum und dort im speziellem in die Bibliothek mit einem guten Gespräch mit der dortigen Mitarbeiterin. Als letztes dann noch zum Artillerie Regiment Nr.1. Auch dort wieder vorsprechen am Tor und Anmeldung beim Kommandanten.

Führung durch die Stallungen, doch leider waren die Pferde nicht im Hause. Sondern hatten außerhalb der Stadt Landgang und Ausbildung.

So waren auch nur wenig Soldaten der Abteilung am Standort. Die, die da waren pflegten die historischen Geschütze. Die ältesten Kanonen stammen noch aus dem Salpeterkrieg und wurden kürzlich restauriert. Natürlich alle Schuss fähig.

Was ich dann auch demonstrierte. Übrigens deutsche Geschütze von Krupp Essen.

 

Auch wurde ich um ein Interview vor neuen Rekruten gebeten, was natürlich gern gemacht wurde.

Fazit: überall wurde ich auf das herzlichste Willkommen geheißen.

Die Bilder von unseren Aktivitäten haben natürlich das Ganze erheblich verstärkt. Ein Bild sagt mehr als ……. . Ich denke der nächste Besuch wird anders begrüßt, da noch mehr Kontakte entstanden und vor allem unsere arbeit Bildlich bekannt ist.

Das typische Schubladen denken ist halt auf unser wirken nicht anwendbar.

 

Würde mich freuen beim  nächsten Mal wieder mit von der Partie zu sein." 

Bilder