Reenactment  Schlacht bei Kulm

Bei bestem Sommerwetter nahmen diesmal acht Kameraden zu Pferd und zwei Trainsoldaten den Weg über den mittlerweile gut ausgebauten Erzgebirgskamm auf sich, um an der Gedenkveranstaltung und Gefechtsdarstellung der Schlacht bei Kulm teilzunehmen.

Trotz aller bürokratischer Hürden, mit einem Pferd von Deutschland aus auf eine tschechische Wiese zu fahren, waren alle acht Pferde pünktlich am Freitag vor Ort.

 

Nebenbei erfolgte die gewohnt liebgewonnene Prozedur aus Koppelbau, alte Freunde treffen, Zeltaufbau, andere Freunde treffen, Lageraufbau und neue Kameraden kennenlernen.

Am Freitag Nachmittag erfolgte in den Tyssaer Wänden eine erste Gefechtsdarstellung. Diese Sandsteinformationen sind heute ein beliebtes Wander- und Klettergebiet, damals schlängelten sich die russischen und preussischen Truppen durch diese Täler in die Flanke der Franzosen. Wenig Platz, glatte Felsen aber dafür eine grandiose Kulisse und bei allen Beteiligten war die Freude ins Gesicht geschrieben – so kann das Wochenende beginnen!

 

Der Samstag begann ruhig mit warten auf die Amtstierärztin zur Pferdepaßkontrolle... Anschließend ritten wir zum österreichischen Denkmal und besuchten dort die Kameraden der österreichischen Infanterie in ihrem Biwak.

Nach einer Stärkung ging es zurück zum Lager und direkt zur Gedenkveranstaltung bei der Nepomukkapelle nach Stradov.

Die anschließende Gefechtsdarstellung war für die Reiter sehr dynamisch, bot die große weitläufige Wiese doch einiges an Betätigungsmöglichkeiten gegen die russischen und österreichischen Ulanen. Auch General Schwarzenberg mit seinen Stabsoffizieren und ihrer Bedeckung durch die Esterhazy-Husaren war sehr aktiv und erforderte immer wieder unsere Aufmerksamkeit.

 

Nach dem unvermeidlichen Ende der Darstellung und unserer alljährlichen Niederlage hieß es wieder Pferde versorgen, Reiterkehlen versorgen, nochmals nach den Pferden schauen und anschließend geselliges Beisammensein in der uns so liebgewonnenen Restauration zur Marketenderin.

 

Bei vielen Gesprächen mit den Veranstaltern haben wir auch die immer größer werdenden Probleme unserer Kameraden mit der Organisation dieser Veranstaltung erfahren. Zusammengestrichene Zuschüsse, weniger Besucher, immer weniger Teilnehmer und Streitereien in den Darstellungsgruppen stellen ernste Herausforderungen für ein Fortbestehen dar. Wie bei uns in Deutschland muss auch in Tschechien der Spagat zwischen Volksfestbelustigung für das zahlende Publikum und einem Militärhistorischem Ereignis für die Darsteller gelingen.

Hoffen wir, daß wir noch oft zu unseren Freunden fahren können und grenzüberschreitend unserem gemeinsamen Hobby nachgehen können!

 

Jens Untermann

Korporal im Husarenregiment

 

 


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